
Am Samstag vor dem ersten Fastensonntag startete eine 30köpfige Pilgergruppe aus der Stadtkirche Burglengenfeld nach Rom, zu einer Wallfahrt an die Gräber der heiligen Pankratius und Sebastian, den Patronen von Dietldorf und der Lengfelder Vorstadt.
Erste Etappe, gleich nach der Ankunft, war die Basilika St. Paul vor den Mauern, die Grabeskirche des große Völkerapostels. Über zwei Stunden führte Dekan Hirmer durch die beeindruckende Basilika mit den Papstdarstellungen. Am Grab des Apostels Paulus betete die Pilgergruppe

Gebet am Grab des Apostels Paulus
Impuls 1 – Paulus stellt sich selbst vor
Ich bin Paulus von Tarsus, Bürger Roms, geboren in Zilizien. Ein gebildeter Weltenbürger bin ich, aufgewachsen im Spannungsfeld mehrerer Kulturen. Von Jugend an wurde ich im jüdischen Gesetz meiner Väter unterrichtet – streng nach der Lehre der Pharisäer. Ich war ein Eiferer des jüdischen Gesetzes und bekämpfte alle, die dagegen waren – auch die junge Kirche.
Doch Gott hatte einen anderen Weg mit mir. Auf dem Weg nach Damaskus, um die Jünger Jesu zu verhaften, erschien mir der auferstandene Herr. Ein Licht vom Himmel umstrahlte mich, und ich fiel zu Boden. Ich hörte seine Stimme: „Saul, Saul, warum verfolgst du mich?“ – Und ich fragte: „Wer bist du, Herr?“ – Er sprach: „Ich bin Jesus, den du verfolgst.“ (Apg 9,4-5)
Von diesem Moment an war mein Leben nicht mehr dasselbe. Ich wurde blind – äußerlich, doch innerlich begann ich zu sehen. Ich wurde geheilt und getauft. Seitdem verkündige ich nicht mehr das jüdische Gesetz, sondern Gnade Jesu. Ich predige Christus, und ihn als den Gekreuzigten.
Ich bin viel gereist – von Antiochia bis Athen, von Ephesus bis Rom. Ich habe Gemeinden gegründet, Briefe geschrieben, Streit ausgehalten, Schiffbruch erlitten, Gefängnis erduldet, und doch nie den Glauben verloren. Denn „ich weiß, wem ich geglaubt habe“ (2 Tim 1,12).
Ich bin nicht gekommen, um zu gefallen, sondern um zu dienen. Ich rühme mich meiner Schwachheit, denn „wenn ich schwach bin, dann bin ich stark“ (2 Kor 12,10). Ich lebe nicht mehr mich selbst, sondern „Christus lebt in mir“ (Gal 2,20).
So gehe ich meinen Weg – mit dem Blick auf den himmlischen Preis, den Gott in Christus Jesus verheißen hat. „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt“ (2 Tim 4,7).
Ich bin Paulus, ein Apostel und Diener Jesu Christi.

Impuls 2 – Paulus: Ein Vorbild für unseren Glauben
Paulus als Zeuge der Gnade
Paulus war einst ein Verfolger der Christen – bis Christus selbst ihm begegnete. Er wurde nicht durch eigene Leistung zum Apostel, sondern allein durch die Gnade Gottes.
Für dich: Paulus erinnert dich daran, dass niemand zu weit weg ist für Gott. Gnade ist stärker als Schuld. Auch deine Brüche können Ausgangspunkt eines neuen Weges mit Gott sein
Paulus als Verkünder des Glaubens an Christus
Für Paulus steht im Zentrum des Glaubens: Jesus Christus – gekreuzigt und auferstanden. Er betont, dass wir nicht durch Werke des Gesetzes, sondern durch den Glauben gerecht werden (vgl. Gal 2,16).
Für dich: Dein Wert und deine Rettung hängen nicht davon ab, ob du alles richtig machst. Dein Glaube ist eine Antwort auf das, was Christus für dich getan hat. Vertrauen ist wichtiger als Leistung.
Paulus als Lehrer der Freiheit
Paulus kämpfte mit aller Kraft gegen jede Form von religiösem Zwang. Wer an Christus glaubt, ist zur Freiheit berufen (vgl. Gal 5,1). Keine äußeren Vorschriften dürfen den Zugang zu Gott behindern
Für dich: Dein Glaube darf dich frei machen – von Angst, Perfektionismus oder dem Drang, dich selbst beweisen zu müssen. Freiheit in Christus ist keine Beliebigkeit, sondern ein Leben aus Liebe.
Paulus als Missionar – der Glaube gehört hinaus in die Welt
Paulus reiste weit, schrieb Briefe, gründete Gemeinden, predigte unter Heiden und Juden. Für ihn ist der Glaube nicht Privatsache, sondern eine Botschaft für alle.
Für dich: Paulus lädt dich ein, deinen Glauben zu leben und zu teilen – mit Worten, aber auch durch deine Haltung, dein Zeugnis, deine Nächstenliebe. Der Glaube darf Frucht bringen – in deinem Umfeld.
Paulus als Seelsorger und geistlicher Begleiter
In seinen Briefen schreibt Paulus ehrlich – über Hoffnung, Angst, Leiden, Gemeindeprobleme, persönliche Schwächen. Er betet, er leidet mit, er ermutigt. „Ich vermag alles durch den, der mich stärkt: Christus.“ (Phil 4,13)
Für dich: Paulus kennt die Höhen und Tiefen des Glaubenslebens. Er kann dir helfen, durch seine Worte Trost, Kraft und geistliche Orientierung zu finden.
Fazit:
Paulus ist für deinen Glauben ein Lehrer, Zeuge und Weggefährte.
Er zeigt dir: Glaube ist eine Beziehung zu Christus, getragen von Gnade, gegründet auf Freiheit, lebendig im Alltag, und offen für alle.













Spaziergang am Abend
Der erste Spaziergang führte die Pilgergruppe über die Piazza del Popolo hinauf zum Pinco über die Spanische Treppe und die Piazza Borghese am Ara Pacis und dem Grabmal des Augustus vorbei zum Quartier zurück

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