Rom-Tag 3 – eingetaucht

Das Grab des heiligen Apostels Petrus war frühmorgens das erste Tagesziel der Pilgergruppe. In den Grotten wurde eine heilige Messe gefeiert.
Während der Messe gab Pfarrer Hirmer zwei Impulse und predigte über Netzwerke der Sünde, von denen weg uns Jesus ruft, um uns in seinem Netzwerk der Liebe Halt zu schenken

Heiliger Petrus

Impuls: Der Menschen/Fischer stellt sich vor

Ich bin Simon, Sohn des Jona, geboren in Bethsaida, ein einfacher Fischer am See von Galiläa. Ich kannte das Wasser, den Wind, die Netze – doch nicht den, der Himmel und Erde gemacht hat. Bis er kam:
Jesus von Nazareth trat an mein Boot und sprach: „Folge mir nach, ich will dich zum Menschenfischer machen.“ Und ich ließ die Netze zurück.

Ich sah, wie Lahme gingen, wie Blinde sahen. Ich hörte Worte, wie kein Mensch sie zuvor gesprochen hat. Ich bekannte ihn als den Christus, den Sohn des lebendigen Gottes. Und er sprach zu mir: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen.“

Doch ich war nicht stark – oft war ich schnell mit Worten, langsam im Glauben. Ich wagte mich aus dem Boot auf das Wasser, und sank. Ich schwor ihm Treue bis in den Tod – und verleugnete ihn dreimal in derselben Nacht. Als er mich ansah, zerbrach ich in meinem Innern.

Aber er vergab. Nach seiner Auferstehung suchte er mich. Am Feuer stellte er mir dreimal dieselbe Frage: „Liebst du mich?“ Und dreimal durfte ich antworten: „Herr, du weißt, dass ich dich liebe.“ – Und er sprach: „Weide meine Schafe.“ (Joh 21)

Ich wurde gesandt, ein Hirte der Herde, ein Zeuge seiner Auferstehung zu sein. Ich predigte zu Pfingsten in Jerusalem und sah, wie Gott selbst den Heiligen Geist schenkte.

Ich habe gelernt: Der Fels ist kein Stein der Stärke, sondern einer, der auf Christus gegründet ist.
Ich bin Petrus, der Fels – nicht aus mir selbst, sondern durch den Ruf meines Herrn. Ich bin gefallen und doch berufen. Ein Fischer, ein Apostel, ein Zeuge der Gnade.

Impuls – Petrus und dein Leben

Petrus als Bild für die menschliche Seite des Glaubens.
Petrus ist nicht perfekt. Er zweifelt, scheitert, verleugnet – und wird trotzdem von Jesus nicht nur angenommen, sondern sogar berufen, „Fels“ zu sein.
Das bedeutet für dich: Dein Glaube muss nicht perfekt sein. Gott beruft nicht die Starken, sondern macht die Berufenen stark. Auch wenn du fällst, darfst du neu anfangen. „Herr, du weißt alles – du weißt, dass ich dich liebe.“ (Joh 21,17

Petrus als Zeuge der Auferstehung
Petrus war unter den Ersten, die dem auferstandenen Jesus begegneten. Er verkündet öffentlich in Jerusalem: „Diesen Jesus hat Gott auferweckt – dafür sind wir alle Zeugen.“
Das bedeutet für dich: Dein Glaube gründet auf lebendiger Erfahrung. Petrus steht dafür, dass der christliche Glaube keine Theorie ist, sondern Antwort auf die Begegnung mit dem lebendigen Christus.

Petrus als Hirte
Jesus sagt zu ihm: „Weide meine Schafe.“ (Joh 21) – Petrus übernimmt Verantwortung für andere.
Das bedeutet für dich: Auch du bist berufen, Verantwortung zu übernehmen – im Glauben, für andere, in der Familie, in der Gemeinde. Petrus erinnert dich daran, dass Nachfolge immer auch Dienst ist.

Petrus als Hoffnung für Zweifelnde
Sein Weg ist nicht geradlinig – aber ehrlich. Er stellt Fragen, hat Angst, streitet sich sogar mit Paulus. Und doch bleibt er Christus treu.
Das bedeutet für dich: Glaube darf wachsen. Du darfst suchen, ringen, zweifeln – wie Petrus. Und dabei darfst du sicher sein: Jesus bleibt an deiner Seite.

Fazit: Petrus zeigt uns, dass Christus nicht die Fehlerlosen sucht, sondern Menschen, die bereit sind, zu lieben, zu wachsen und sich senden zu lassen. Er steht für ein Christsein, das ehrlich, mutig und tief verwurzelt in der Gnade ist.

Nach dem Gottesdienst führte Dekan Hirmer sehr ausführlich durch den Petersdom und durch die Papstgräber. Anschließend bestiegen einige der Gruppe den Kuppel von St. Peter und genossen den herrlichen Blick über Rom

Gebet in Santa Maria Maggiore

Danach verließ die Pilgergruppe den vatikanischen Hügel und fuhr mit der U-Bahn zur großen Marienkirche von Rom, in der Papst Franziskus beerdigt wurde. Hier betete die Gruppe ein „Ave Maria“. Am Grab des verstorbenen Papstes stimmte der Dekan spontan das Lied „Wer glaubt ist nie allein“ an. Gemeinsam mit andern Gläubigen wurde für Papst Franziskus gebetet. – Natürlich durfte auch in dieser großen Basilika eine Führung der Michael nicht fehlen.

Taufgedenken

Nahe von Santa Maria Maggiore wohne Pfarrer Hirmer während seines Freijahrs. Er zeigte der Pilgergruppe auf den Weg zum Lateran seine ehemalige Studentenwohnung und erzählt dabei einige Schänke aus seiner römischen Zeit.

Am Lateran zog es die Pilgergruppe zur Taufkapelle. In sehr emotionalen Worte beschrieb der Pfarrer, wie in der frühen Kirche Menschen getauft wurden. Ein persönliches Taufgedenken durfte dabei nicht fehlen.

Danach gab es Erklärungen zum Lateranspalast, dem hochmittelalterlichen Papsttum sowie der Basilika San Giovanni, der Bischofskirche des Papstes.

Stein aus der Heiligen Pforte

Auf dem Weg zurück zum Hotel musste der Pfarrer nochmals in Sante Maria Maggiore vorbeischauen. Die Stadtkirche Burglengenfeld erhielt vom Erzpriester des Basilika einen Stein, welche die Heilige Pforte verschlossen hielt und durch Papst Franziskus im vergangenen Jahr entfernt wurde, um das Heilige Jahr 2025 zu eröffnen. Der Stein wird eine neue Heimat in Vituskirche finden und die Verbundenheit der Stadtkirche mit der Kirche von Rom symbolisieren.

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