Zwei Steine aus den heiligen Pforten Roms in Burglengenfeld angekommen

Zwei besondere Steine haben ihren Weg aus Rom über die Alpen angetreten, um in Dietldorf und in der Burglengenfelder Vorstadt eine neue Heimat zu finden. „Für die Stadtkirche von Burglengenfeld ist es eine große Ehre, dass uns gleich zwei Steine aus den Heiligen Pforten von Rom überlassen worden sind.“, freut sich der Burglengenfelder Seelsorger Dekan Michael Hirmer.

Anlass der außergewöhnlichen Geschenke war eine Wallfahrt der Stadtkirche Burglengenfeld zu den Gräbern der heiligen Märtyrer Pankratius und Sebastian nach Rom. Pankratius wird in Dietldorf als Patron von Kirche und Pfarrgemeinde verehrt. Dem heiligen Sebastian ist in der Vorstadt eine kleine Kirche geweiht. „In den nächsten Jahren wollen wir zu den Gräbern aller Patrone der Stadtkirche Burglengenfeld pilgern.“, erklärt der Pfarrer das dahinterliegende seelsorgerische Konzept, „Dadurch sollen die Pfarrgemeinden im Glauben an den einen Gott zusammenwachsen.“

Die Idee dieser Wallfahrt kam auch in Rom gut an. In einem Schreiben an die Erzpriester der päpstlichen Basiliken von St. Paul vor den Mauern und Santa Maria Maggiore meldete der Pfarrer die Pilgergruppe aus dem Städtedreieck an und schilderte den Hintergrund der Pilgerreise. „Eine wirkliche Antwort auf meine Schreiben habe ich nicht erwartet. Ich wollte lediglich über unseren Besuch informieren und darum bitten, dass ich in den Basiliken selbst führen darf.“, schildert der verblüffte Pfarrer seine Reaktion auf die Antwortschreiben aus den beiden Patriarchalbasiliken, „Je einen Stein aus den Heiligen Pforten zu erhalten, hätte ich nie erwartet.“

Bei den außergewöhnlichen Geschenken handelt es sich um einen Brauch der katholischen Kirche, der aus dem Hochmittelalter stammt. Seit dem Jahr 1300 wird alle 25 Jahre ein heiliges Jahr ausgerufen. Das letzte endete an Weihnachten 2025. Dazu werden an den vier großen Basiliken Roms heilige Pforten geöffnet, durch welche die Pilger schreiten können. Sie stehen symbolisch dafür, dass Christen ihren irdischen Pilgerweg abschließen, indem ihnen Christus das Tor zum ewigen Leben öffnet. Zwischen den jeweiligen heiligen Jahren werden die Pforten zugemauert um dann, bei einem neuen heiligen Jahr, feierlich durch den Papst geöffnet zu werden. Zwei Steine aus der Mauer der heiligen Pforten von St. Paul und Santa Maria Maggiore wurden nun der Stadtkirche Burglengenfeld überlassen. Die aus Ton gebrannten Steine sind 30x15x3 cm groß und mit dem päpstlichen Siegel versehen. Auf ihnen steht, dass Papst Franziskus nach dem außerordentlichen heiligen Jahr der Barmherzigkeit 2015/16 mit diesen die heiligen Pforten verschließen ließ. Bei der Eröffnung des heiligen Jahres im Jahr 2025 wurden diese Steine wieder entnommen und an besondere Personen oder Pfarreien als Zeichen der Verbundenheit mit der Kirche von Rom verschenkt.

Die Geschenke aus dem Vatikan werden in der Stadtkirche Burglengenfeld einen besonderen Platz erhalten. „Die Steine werden in der Pfarrkirche Dietldorf und im Kirchlein der Vorstadt von Burglengenfeld zu sehen sein und uns immer daran erinnern, dass wir als Weltkirche zu Christus, der Tür zum ewigen Leben, unterwegs sind.“, erklärt Dekan Michael Hirmer den weiteren Verbleib der Steine. Auch sollen die beiden Steine an die Wallfahrt zu den Gräbern der heiligen Pankratius und Sebastian erinnern und die Gläubigen von Burglengenfeld ermutigen, im Glauben an Christus zu wachsen.

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