Vituskirche entdeckt – Nacht der offenen Kirche(n), Teil II

Ein sommerlicher Sonntagabend wurde für viele katholische und evangelische Christen zu einem besonderen geistlichen Erlebnis: sie entdeckten im Rahmen der ökumenischen Veranstaltung „Nacht der offenen Kirche(n)“ die Vituskirche zunächst in sieben thematischen Stationen in der Kirchenführung.

„Das Kirchenportal ist eine Schwelle: draußen der Alltag, Verpflichtungen, Nachrichten, drinnen ein Raum, der seit Jahrhunderten Menschen einlädt, still zu werden, zu danken, zu klagen oder einfach da zu sein“ erläuterte Pastoralreferent Konrad Kraus, draußen vor dem Portal. Die gestuften Bögen über dem Eingang, sogenannte Archivolten, begleiten den Betrachter Stück für Stück näher zum Geheimnis Gottes, wie geöffnete Arme empfangen sie den Besucher.

Im Innenraum waren die Kirchenbänke die nächste Station, die ein Sinnbild dafür sein können, dass bei Gott jeder einen Platz hat und bei IHM zur Ruhe kommen kann.

Dann widmete sich der Blick der Teilnehmenden auf das Deckengemälde im Langhaus, das Herr Sebastian Karnatz, Kunsthistoriker, erklärte: die Darstellung der Rosenkranzübergabe an den knienden Dominikus und Katharina von Siena.

Schließlich „pilgerten“ alle in den vorderen Teil der Kirche, der in den 30er Jahres des letzten Jahrhunderts als archtektonische Erweiterung des Kirchenraums angefügt wurde.

Weitere Stationen waren der Taufstein, das Kreuz und die Osterkerze – Orte der Hoffnung und des Glaubens. Jeweils eine Bibelstelle und besinnliche Gedanken und meditative Orgelmusik oder Gesänge begleiteten alle Stationen.

Konrad Kraus lud zu einem liturgischen Tanz mit Gesten ein zum Taizelied: Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht, Christus meine Zuversicht.

Pfarrer Michael Hirmer erwähnte, dass der Kirchenraum St. Vitus eine lange Geschichte hat: vor 700 Jahren wurde erstmals ein Kirchenbau zu St. Vitus urkundlich erwähnt: Kirche verändere sich, reformiere sich fortwährend bis in unsere Zeit.

Mit einer Bildmeditation mit biblischen Zitaten von Kaplan Babu endete der erste Teil der „Nacht der offenen Kirchen“.

Danach war der Pfarrgarten geöffnet zu Begegnung und Gespräch mit einem kleinen Imbiss.

Der dritte Teil des Abends lud ein, zur Stille zu kommen und die Gedanken schweifen zu lassen, während Stefanie Paul (Klavier) und Rosemarie Gröger (Querflöte) die Vituskirche in einen wunderbaren Klangraum verwandelten. Mit dem Nachtsegen endete die Veranstaltung.

Der Vorbereitungsteam freute sich über die gute Beteiligung und die anrührende Stimmung der Nacht der offenen Kirche(n), Teil II. Es war sehr schön!

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