Kath. Widerstand gegen Hitler

Katholischer Widerstand gegen die Nazis – Parallelen bis in die Gegenwart

Johann Härtl beleuchtete in seinem Vortrag den „Konnersreuther Kreis“ und seine mutigen Kämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Mit seinem Vortrag über die katholische Widerstandsgruppe „Konnersreuther Kreis“ blickte Johann Härtl nicht nur auf die Anfänge der NS-Diktatur zurück, sondern zeigte auch bemerkenswerte Parallelen zur heutigen Zeit auf.

Während des Dritten Reiches gab es vielfältige Formen des Widerstands gegen die nationalsozialistische Diktatur. Weniger bekannt und gewürdigt ist dabei der Widerstand aus katholischen Kreisen. Eine dieser oft unterschätzten Gruppen bildete sich um eine Frau, die aus ganz anderen Gründen Schlagzeilen machte: die Mystikerin Therese Neumann, besser bekannt als „Resl von Konnersreuth“. Durch ihre mystische Verbindung mit dem leidenden Christus erlangte sie große Bekanntheit. Um sie versammelten sich Persönlichkeiten, die sich bereits in den letzten Jahren der Weimarer Republik mit deutlichen Worten gegen den aufkommenden Nationalsozialismus stellten.

In seinem Vortrag stellte Johann Härtl besonders den Journalisten und Herausgeber Fritz Gerlich sowie den Kapuzinerpater Ingbert Naab vor. Beide veröffentlichten vor der nationalsozialistischen Machtübernahme eindringliche Warnungen in der Zeitschrift „Der gerade Weg“. Mit bemerkenswerter Klarheit und geradezu prophetischen Worten beschrieben sie, was Deutschland drohen würde, sollten Hitler und seine Gefolgsleute an die Macht gelangen.

Wie sehr Gerlich und Naab damit den Nerv der Nationalsozialisten trafen, zeigte sich unmittelbar nach deren Machtübernahme Ende Januar 1933. Bereits am 9. März 1933 überfiel ein Schlägertrupp der SA die Redaktionsräume des „Geraden Wegs“. Gerlich wurde schwer misshandelt und in sogenannte „Schutzhaft“ genommen. Am 1. Juli 1934 wurde er im Konzentrationslager Dachau ermordet. Pater Ingbert Naab hingegen gelang die Flucht über die Schweiz und Italien nach Frankreich. Am 28. März 1935 verstarb er im Exil in Straßburg.

Besonders spannend wurde es in der anschließenden Diskussion mit den Zuhörern. Dabei zeigten sich bemerkenswerte Parallelen zwischen den damaligen gesellschaftlichen Entwicklungen und aktuellen politischen Strömungen. Schon Ende der 1920er-Jahre hatte Pater Ingbert Naab eindringlich vor einem völkisch geprägten Nationalismus gewarnt. Seine damaligen Aussagen erinnern inhaltlich und teilweise sogar in ihrer Wortwahl an Warnungen, wie sie auch die Deutsche Bischofskonferenz in jüngerer Zeit formuliert hat.

Zum Abschluss bedankte sich Pfarrer Dekan Michael Hirmer herzlich bei Referent Johann Härtl für den informativen Vortrag und die anregende Diskussion. Der Abend habe eindrucksvoll gezeigt, wie aktuell die Auseinandersetzung mit dem katholischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus auch heute noch sei.

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