4:0 für Gott und Mensch – Gründonnerstag

„Wären wir heute im Fußballstadion, dann wüsste ich schon vor dem Spiel, wie es ausgeht“, eröffnete Dekan Michael Hirmer mit einem Augenzwinkern die Liturgie des Gründonnerstags. „Wir feiern heute gleich vier Höhepunkte: Jesus Christus schenkt uns die Eucharistie, er ruft uns zum Dienst am Nächsten, wenn er seinen Jüngern die Füße wäscht, die Kommunionkinder empfangen erstmals den Leib Christi, und am Ende des Gottesdienstes wachen und beten wir mit Jesus zu Beginn seines Leidensweges.“

In seiner Predigt machte der Burglengenfelder Pfarrer die zentrale Bedeutung der Eucharistie anschaulich. Mit einer Glühbirne in der Hand zeigte er: Erst als er den Stecker zog, erlosch ihr Licht. „So ist es auch mit unserem Glauben“, erklärte er. „Die schönste Lampe nützt nichts ohne Verbindung zur Energiequelle. Wer nicht mit Jesus Christus verbunden ist – besonders in der Eucharistie –, verliert an Kraft.“ Erst aus dieser Verbindung heraus könnten kirchliches Engagement, Sakramentenvorbereitung und Gemeinschaft wirklich leuchten.

Ein eindrucksvoller Moment der Feier war die Fußwaschung. Sie folgt dem Beispiel Jesu, der seinen Jüngern im Abendmahlssaal die Füße wusch und damit ein Zeichen dienender Liebe setzte. In diesem Jahr standen die neu gewählten Mitglieder des Pfarrgemeinderates im Mittelpunkt dieses Ritus.

Die Kommunionkinder brachten sich aktiv in die Gabenbereitung ein: Neben Brot und Wein trugen sie auch Blumen und Kerzen zum Altar und verbanden diese Zeichen mit persönlichen Fürbitten.

Besonders feierlich gestaltete sich das gesungene eucharistische Hochgebet. Mit einem eigenen Einschub erinnerten die Geistlichen, Pfarrer Michael Hirmer und Pfarrer i. R. Senft, an die Einsetzung des Abendmahls – den „Geburtstag“ der Eucharistie.

Da am Gründonnerstag der Stiftung der Eucharistie gedacht wird, waren die Erstkommunionkinder eingeladen, im Kreis ihrer Familien erstmals den Leib Christi zu empfangen – ein bewegender Moment für die Kinder und die Gemeinde.

Der Gottesdienst, musikalisch gestaltet vom Kirchenchor St. Vitus unter der Leitung von Kirchenmusiker Hubert Zaindl, endete in besonderer Stille: Das Licht im Kirchenschiff erlosch. Im stillen Gebet vor dem leeren Altar klang die Feier des Letzten Abendmahls aus und führt hinein in die Liturgie vom Leiden und Sterben des Herrn am Karfreitag.

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